Vorkoloniale Afrika-Penetrationen

Diskursive Vorstöße ins «Herz des großen Continents» in der deutschen Reiseliteratur (ca. 1850-1890)
 Buch
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ISBN-13:
9783631716731
Einband:
Buch
Erscheinungsdatum:
31.03.2017
Seiten:
500
Autor:
Florian Krobb
Gewicht:
729 g
Format:
216x151x38 mm
Serie:
51, Zivilisationen & Geschichte / Civilizations & History / Civilisations & Histoire
Sprache:
Deutsch
Beschreibung:

Afrika im Visier der Deutschen ca. 1850-1890 - Physische, diskursive und metaphorische Zugangswege - Sog und Überbietung - Verschollenheit, Martyrium, Gefangenschaft - Tierbegegnungen und Jagd - Bewältigung afrikanischer Unfreiheit - Durchquerung, Verbindung, Begegnung - Despotismus als Signatur Afrikas - Kartenpolitik - Afrikas (Un-) Geschichtlichkeit - Ikone und Erfüller: Emin Pascha und Karl May
Die Studie untersucht, wie Reiseberichte und verwandte Publikationen diskursiv einen Sog nach Afrika erzeugten. Zentrale Verfahren sind die Inszenierung der eigenen Pionierleistung, der Rivalität mit Konkurrenten um Zugriff auf Afrika und der gegenseitigen Überbietung und Vermächtniserfüllung. Weiterhin werden thematische Bereiche - wie Sklaverei oder Despotismus in afrikanischen Gesellschaften und die Geschichtlichkeit Afrikas - behandelt, welche Begründungen bereitstellten, die das deutsche Eingreifen in afrikanische Belange nicht nur rechtfertigten, sondern angeblich erforderten. Solche Mechanismen der zunächst diskursiven Bemächtigung des Kontinents erklären, warum sich in der Beschleunigungs- und Intensivierungsphase deutscher Beschäftigung mit Afrika in den Jahrzehnten nach 1850 ein Einstellungswandel in der deutschen Öffentlichkeit vollzog, der die Inbesitznahme weiter afrikanischer Landstriche durch das Deutsche Reich 1884/85 ermöglichen half.