Creating Good Neighbors?

Die Kultur- und Wirtschaftspolitik der USA in Lateinamerika, 1940-1946
 Buch
Sofort lieferbar | Lieferzeit:3-5 Tage I
ISBN-13:
9783515090094
Einband:
Buch
Erscheinungsdatum:
13.05.2008
Seiten:
476
Autor:
Ursula Prutsch
Gewicht:
807 g
Format:
237x169x35 mm
Serie:
33 33, Tartu Historical Studies Transatlantische Historische Studien
Sprache:
Deutsch
Beschreibung:

Rezension"Prutsch has produced an outstanding book, a great resource for any student of inter-American relations and one that should be translated to gain a greater audience in Latin America and the United States." "Die vorliegende Arbeit bereichert und differenziert somit unser Verständnis der Beziehungen zwischen Lateinamerika und den USA, liefert aber auch einen wichtigen Beitrag zu einem erweiterten Verständnis von Außenpolitik. Die äußerst materialreiche und theoretisch fundierte Arbeit ist darüber hinaus gut und auch für mit dem amerikanischen Doppelkontinent nicht vertraute Leser verständlich geschrieben." "Ursula Prutsch hat eine sehr gute und wichtige Arbeit vorgelegt, die hohen wissenschaftlichen Standards entspricht und sich aus einer postkolonialen Perspektive speist. "Creating Good Neighbors" steht im Kontext der neuen Kulturgeschichtsschreibung der interamerikanischen Beziehungen und führt diese überzeugend weiter. Ferner beeindruckt die Arbeit durch ihre Multiperspektivität. Haben frühere Studien noch daran gekrankt, dass die AutorInnen in der Regel Experten der US-amerikanischen Außenpolitik waren, die nur geringe Kenntnisse des lateinamerikanischen Kontextes aufwiesen, so ist dies bei Prutsch nicht der Fall. Im Gegenteil beherrscht sie den argentinischen und brasilianischen Kontext überzeugend. Daher kann Prutsch auch den modernen Ansatz des Kulturtransfers sinnvoll und ertragreich zur Anwendung bringen. Eine weitere Stärke der Arbeit ist ihre umfassende Quellenbasis. Prutsch hat Material entdeckt, das in dieser Form noch nicht ausgewertet wurde. Zwar waren Nelson Rockefeller und sein OIAA nicht unbekannt, doch fehlte bislang eine Arbeit, die den umfangreichen Quellenbestand im Zusammenhang auswertet und in den Kontext der US-amerikanischen Lateinamerikapolitik einbettet. Kurz: ein rundum solides Buch, das in Zukunft zu den Standardwerken der interamerikanischen Beziehungen in der Zeit des Zweiten Weltkriegs zählen wird." "(a) superb study of U.S. cultural and economic policy toward Latin America during World War II, [.] a valuable book that expertly analyzes the activities of the OIAA while weaving together political, cultural, economic, and institutional histories. It is an important addition to the burgeoning scholarship on U.S. imperial and transnational history in the twentieth century." "This excellent study should stand on the shelves of not only Latin Americanists but also specialists of inter-American relations and Cultural Studies. It is written in narrative form and in excellent style." "Creating Good Neighbors? is based on the author's Habilitation thesis and the product of years of intensive archival research in four countries. It provides fresh evidence on a host of important issues. [.] This is an important contribution to the history of the inter-American relations."
Die rasante Expansion des NS-Staates im Sommer 1940 verstärkte in den USA die Befürchtung, das Deutsche Reich - das mit Lateinamerika gute Handelsbeziehungen pflegte - könnte auf die westliche Hemisphäre übergreifen und faschistoide Regime stützen.
Präsident Franklin D. Roosevelt rief deshalb das "Office of Inter-American Affairs" ins Leben, das unter der Leitung des Ölmilliardärs Nelson Rockefeller wie keine andere Institution die Beziehungen zwischen den USA und Lateinamerika prägte. Das flexible Netzwerk von Politikern, Unternehmern und Kulturschaffenden agierte als Geheimdienstorganisation, finanzierte Projekte der Gesundheitsversorgung, Nahrungsmittel- und Rohstoffgewinnung. Es nutzte Presse, Radio und Film zur Verbreitung des American Way of Life - wobei Hollywood eine besondere strategische Rolle zukam.

Lateinamerika diente hier als Testfall für ökonomische und kulturpolitische Strategien, die nach 1945 von den USA global angewandt wurden.