Die Denkfigur des Systems im Ausgang von Franz Rosenzweigs »Stern der Erlösung«

 Taschenbuch
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ISBN-13:
9783428140220
Einband:
Taschenbuch
Erscheinungsdatum:
01.05.2013
Seiten:
214
Autor:
Hartwig Wiedebach
Gewicht:
298 g
Format:
233x159x12 mm
Serie:
80, Philosophische Schriften
Sprache:
Deutsch
Beschreibung:

Philosophische Systeme wirken anachronistisch. Trotzdem muß, wer die Frage nach dem Ganzen festhalten will, auch die Denkfigur des Systems in Erwägung ziehen. Rosenzweigs 'Stern der Erlösung' (1921) steht für ein System, das der Anarchie des geschichtlichen Lebens nicht widersteht, sondern sich aus ihr speist. Der jüdische Davidstern wird zum graphischen Bildungsmotor, die Person zur 'Form der Philosophie'. Die Beiträge des Bandes suchen historische Vorläufer und schlagen systematische Brücken.
Ist das philosophische System noch eine Option, um das Ganze zu denken oder, mit Hegel gesprochen, die eigene Zeit in Gedanken zu fassen? Die Gegentendenzen sind stark: Ausdifferenzierung der Wissenschaften, ein Sich-Offenhalten auf andere Kulturen hin, die Hermeneutik geschichtlich-biographischer Phänomene usw. Zwar hat sich die neuere Philosophie der Systemfrage nicht völlig entzogen. Jedoch blieb sie, im Gegensatz zur Systemkonjunktur in anderen Disziplinen, auffällig zurückhaltend.
Franz Rosenzweigs »Stern der Erlösung« (1921) steht für ein System der Philosophie, das jene anarchischen Tendenzen nicht verleugnet, sondern sich aus ihnen heraus speist. Der Begriff »Denkfigur« wird hier bildhaft. Der jüdische Davidstern wird zum graphischen Bildungsmotor. Ziel ist, das Ganze zu denken und dabei erfahrbar Gestalt werden zu lassen. Die Person wird zur »Form der Philosophie«; System ist Lebensgestaltung. Darüber, ob diese Inkarnation des Stern-Systems möglich ist, entscheidet nicht nur die Kohärenz des Geschriebenen, sondern die Bewährung einer an ihm erworbenen Haltung zu den Tatsächlichkeiten des alltäglichen Lebens und Sterbens.

Die Beiträge des Bandes suchen historische Vorläufer und schlagen systematische Brücken.