Autor: Heinz-Peter Schmiedebach
ISBN-13: 9783110412697
Einband: Buch
Seiten: 306
Gewicht: 597 g
Format: 241x159x22 mm
Sprache: Deutsch

Entgrenzungen des Wahnsinns

93, Schriften des Historischen Kollegs
Psychopathie und Psychopathologisierungen um 1900
 Buch
79,95 €*
Der Aufschwung der Psychiatrie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ging mit zahlreichen Verwerfungen einher. Erstens war festzustellen, dass moderne Strömungen in der Kunst, Auffälligkeiten des Sexualverhaltens sowie andere unangepasste soziale Verhaltensweisen psychiatrisiert wurden. Hier spielte das in den 1890er Jahren entwickelte Konzept der Psychopathie eine wichtige Rolle wie auch der Querulantenwahn. Viele Psychiater nutzten diese Expansionsbestrebungen, um sich - initiiert durch die Revolution - in politischen Diskursen mit neuen gesellschaftpolitischen Entwürfen zu profilieren. Zweitens sind Begriffs- und Wissenszirkulationen feststellbar. So wurde z.B. der Begriff der Schizophrenie durch einen Transfer in andere Kontexte, u.a. in die Literatur, mit neuen semantischen Codierungen versehen. Umgekehrt wurde der Begriff der Spannung von der Psychiatrie adaptiert und nutzbar gemacht. Auch aus der Sexualwissenschaft kommende Wissensmuster wurden von der Psychiatrie angenommen und integriert. Drittens gab es bei der künstlerischen Avantgarde einen affirmativen Diskurs zum Wahnsinn, der sich nicht zuletzt im Genie-Wahnsinn-Diskurs manifestierte. Die Autorinnen und Autoren erörtern diese sehr unterschiedlichen Phänomene originell und kenntnisreich.
Editiert von: Heinz-Peter Schmiedebach
Heinz-Peter Schmiedebach, Institut für Geschichte und Ethik der Medizin, Universität Hamburg.
Autor: Heinz-Peter Schmiedebach
ISBN-13 :: 9783110412697
ISBN: 3110412691
Erscheinungsjahr: 25.04.2016
Verlag: Gruyter, de Oldenbourg
Gewicht: 597g
Seiten: 306
Sprache: Deutsch
Sonstiges: Buch, 241x159x22 mm, 25 Schwarz-Weiß- Abbildungen